Die erste Hälfte des Sommers 2024 war geprägt von häufigem Regen und stabile Tage waren Mangelware. Am 15. Juni musste
der geplante dritte Arbeitseinsatz sogar abgesagt werden. Mit dem Klimawandel nimmt die Intensität und die Häufigkeit
von Starkniederschlägen zu. Den Arven gefiel zwar das nasse Sommerwetter, dem Unkraut aber leider ebenso. Letzteres
wucherte dermassen, sodass Andreas und ich spontan oberhalb Hinterrhein einen Arbeitstag durchführten.
Unser erster Einsatzort im Tristel war zeitraubend. Das mit Steinbrocken durchsetzte Gelände war dermassen überwuchert,
dass unsere Füsse bei jedem Tritt unter dem Blattwerk den Boden blindlings nach einem geeigneten Stand abtasten mussten.
Zum Glück hatte Andreas eine effiziente Motorsense dabei, mit welcher er zu den Arven Verbindungsweglein freischnitt.
Beim Jäten stellten wir fest, dass mehrere Arven abgestorben waren. Die vielen Mausgänge lieferten uns womöglich den
wahrscheinlichsten Grund für deren Abgang. Das Unkraut und die Stauden der Alpenrosen und Heidelbeeren boten den Mäusen
einen einzigen Tummelplatz, auf dem sie sich im Schutz der Blätter problemlos fortbewegen konnten. Kreuzottern könnten
zwar der Mäuseplage ein Ende bereiten, doch sind die Schlangen uns bei den Pflegearbeiten auch nicht bekömmlich. Wir
entschieden uns daher, bei den noch kleinen Arven grossräumig das Dickicht zu entfernen. Nach einer gemütlichen
Mittagspause, in der wir beim Brüchbärgstall am Feuer unsere Würste brätelten, pflanzten wir im Tristel noch weitere 15
Arven. Dabei suchten wir nach neuen Standorten, die für das Anlegen von Mausgängen schlecht geeignet sind wie zum
Beispiel Felsbrocken mit einer dünnen Humusschicht.
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